Leichtathletikkreis Offenbach/Hanau trauert um Harry Arndt
  22.11.2022 •     Kreis Offenbach-Hanau


Der pensionierte Grundschullehrer, der während seines Wirkens an der Hanauer Gebeschusschule 1975 den Schul-Sport-Club SSC Hanau-Rodenbach gründete und in der Folgezeit zu einem der erfolgreichsten deutschen Nachwuchs-Laufvereine aufbaute, verstarb nach längerer Krankheit am letzten Sonntag.

Harry Arndt setzte sportlich und sozial so viele Impulse, dass er 1996 das Bundesverdienstkreuz für sein integratives und soziales Engagement im Sport erhielt. Es folgten unter anderem die Sportplakette der Stadt Hanau, der August-Schärttner-Preis, der Landes-Ehrenbrief Hessens, der nationale DLV-Ehrenschild und 2017 die Ehrenplakette seiner Heimatgemeinde Rodenbach.

Auch wenn er selbst es nie als „Arbeit“ sah – letztlich absolvierte der Vollblut-Pädagoge neben und nach seinem schulischen Berufsalltag noch einen weiteren tagesfüllenden Job für den Sport, oft genug als „erster Diener“ für den Verein und die nationalen und internationalen Verbände. Dabei war die Tätigkeit als Nachwuchstrainer im SSC Hanau-Rodenbach seine größte Leidenschaft, denn wenn er auf den Wegen und Pfaden in der Bulau oder im Rodenbacher Wald „seinen“ Kindern nebenbei noch die Natur und andere Phänomene erklärte, war er ganz in seinem Element. Dass dabei von Beginn an der seit 1975 in der SSC-Vereinssatzung explizit festgelegte integrative Aspekt im Wortsinn „mitlief“, zeitigte neben der ruhigeren Atmosphäre auf dem Schulhof der Gebeschusschule („wer sich im Sport zeigt, muss sich nicht durch Schlägereien zeigen“ – Zitat Arndt) auch sportlich bemerkenswerte Erfolge. Bereits 1987 gewann der frühere Gebeschus-Schüler Haydar Takak als erster Kurde in der Geschichte des Deutschen Leichtathletik-Verbandes den deutschen Crosslauftitel, dem er – unter anderem gemeinsam mit seinem türkischen Freund Sahin Duygun – weitere nationale Mannschaftstitel folgen ließ.

Mit besonderem Stolz erfüllte Harry Arndt das Talent seines Sohnes Carsten, der ab Mitte der achtziger Jahre neben elf deutschen Jugendtiteln und mehreren hessischen und deutschen Jugendrekorden im Langstreckenlauf auch international das Nachwuchs-Aushängeschild des Deutschen Leichtathletik-Verbandes war.

Das Talent kam allerdings nicht nur vom Vater, der als Altersklassen-Weltrekordler der Senioren M45 schon 1983 die 100 Kilometer in 6:49:17 Stunden gelaufen war. Auch Sigrid Arndt war vom Laufen so begeistert, dass sie alle Strecken bis hin zum Marathon lief. Gemeinsam mit Sohn Sascha funktioniert die Familie immer noch als organisatorisches Zentrum des SSC Hanau-Rodenbach. Zwar musste Harry Arndt nach mehreren Hirnblutungen ab 2016 den Vereinsvorsitz abgeben, doch dass der vom Ehrenamt geführte Top-Verein weiterhin bundesweit eine gute Adresse ist, garantieren Nachfolger Sascha Arndt mit seinen Vorstandskollegen Professor Michael Schrodt, Carsten Arndt, Ilona Wolf, Geschäftsführerin Sigrid Arndt und den vielen weiteren langjährigen Mitarbeitern aus dem Großraum Hanau.

Wir wünschen Ihm auf seinem letzten Weg alles Gute und wünschen Familie und Freunden in dieser Zeit viel Kraft!

(Übernommen von hlv.de)